Schifffahrt

Neue Fährlinie nach Finnland: Rostock - Helsinki

Die Reederei Finnlines hat am Donnerstag eine zweite Fährlinie zwischen Deutschland und Finnland gestartet. Von Rostock legt künftig dreimal wöchentlich ein Fährschiff mit Fracht und Passagieren nach Helsinki ab, wie Reederei-Chef Uwe Bakosch zum Start der Linie sagte. Auf der bestehenden Verbindung Travemünde-Helsinki werden die Abfahrten zugleich von zehn auf sieben reduziert. Der Rostocker Hafen verspricht sich ein deutliches Umschlagplus durch den neuen Finnland-Dienst.

Mit einer Länge von 219 Metern sind die Schiffe der Star-Klasse die größten Fähren, die je von Rostock aus die Ostsee befahren, wie ein Hafensprecher sagte. Nach Reedereiangaben haben die Schiffe eine Frachtkapazität von 4200 Lademetern und Platz für 500 Passagiere. Für die eineinhalbtägige Überfahrt mit Stopp im polnischen Gdynia stehen den Gästen außerdem Sauna und Whirlpool, Bordshop, Kinderbereich und Restaurant zur Verfügung.

Rostock sei für Frachtströme aus Zentraleuropa und Südostdeutschland ein optimales Verkehrsdrehkreuz, begründete Bakosch die Aufnahme eines neuen Finnland-Dienstes. Lübeck-Travemünde biete sich dagegen für Transporte aus und nach Westeuropa, Benelux und Westdeutschland an. Viel Fracht sei bislang über Land nach Skandinavien gegangen, jetzt wolle die Reederei eine preiswerte Alternative anbieten.

Der Start des Liniendienstes falle vor Weihnachten in eine sehr frachtarme Zeit, auf der ersten Abfahrt gebe es deshalb nur wenige Trailer und kaum Passagiere. Finnlines wolle jedoch ein Zeichen setzen, für die Zukunft hoffe er, «dass die Kapazität der Schiffe reicht», sagte Bakosch.

Zur Auslastung der Lübecker Fährverbindung und den Erwartungen an die Rostocker Route wollte sich Bakosch nicht äußern. Große Resonanz erhofft er sich aber auch durch die touristische Vermarktung der Passagen. So gebe es bis vor Weihnachten Einstiegspreise für Passagiere ab 40 Euro für eine Schiffsfahrt nach Helsinki und zurück, bis Ende Februar koste die Mini-Kreuzfahrt 160,90 pro Person.

Von Rostock aus liefen bereits diverse Fährschiffe finnische Häfen an. Das sei ein großer Markt, bestätigte Hafenchef Ulrich Bauermeister. So seien 2006 bereits 130 000 Passagiere und knapp zwei Millionen Tonnen Fracht nach Finnland befördert worden, bevor die Reederei damals den Dienst einstellte. Der Hafen gewinne als Umschlagsplatz an Attraktivität. Bislang starten von Rostock aus Fähren nach Dänemark, Schweden und Lettland.

(Quellen: Bakosch vor Journalisten; Bauermeister auf Anfrage)

ddp/dka/mwa


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