Umsatz von Reiseveranstaltern wegen sinkender Preise rückläufig
Die Deutschen sind ihrem Ruf als Reiseweltmeister treu geblieben und haben von sinkenden Preisen profitiert. Diese führten zu einem Umsatzrückgang bei Reiseveranstaltern und Reisebüros, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Klaus Laepple, am Donnerstag im ägyptischen Ferienresort Port Ghalib bei Marsa alam. Während sich der Preisrutsch bei den Veranstaltern kaum auf den Ertrag auswirkte, verzeichneten die Reisebüros einen deutlichen Einbruch. In diesem Jahr seien fast genauso viele Urlauber mit Veranstaltern verreist wie im Vorjahr.
Der Umsatz der Veranstalter im Ende Oktober beendeten Touristikjahr 2008/2009 sank laut DRV nach vorläufigen Berechnungen um insgesamt drei bis vier Prozent auf rund 20,7 Milliarden Euro. «Dies ist das Ergebnis der bereits in diesem Sommer weitergegebenen Preissenkungen, die auf verbesserte Einkaufskonditionen für Hotel- und Flugkontingente sowie günstigere Preise für Flugbenzin zurückzuführen sind», fügte Laepple hinzu.
Zudem hätten die Kunden vornehmlich günstige Reisen gebucht und verstärkt die Preisabschläge der Frühbucherrabatte genutzt. «Nach dem Ergebnis des Jahres 2008, das mit einem Umsatzzuwachs von rund fünf Prozent bei den Veranstaltern eines der erfolgreichsten der Reisebranche war, befinden wir uns mit diesem Ergebnis wieder auf dem Umsatzniveau von 2007», ergänzte der DRV-Chef.
Während die gefallenen Preise bei Reiseveranstaltern nach deren eigenen Angaben kaum Auswirkungen auf den Ertrag hätten, würde diese Entwicklung den Reisebüros das Geschäft verhageln. Der Umsatz der Reisebüros ist nach Laepples Angaben insgesamt um sieben Prozent auf
19 Milliarden Euro zurückgegangen. Besonders stark waren die Geschäftsreisebüros betroffen, die unter anderem wegen des drastischen Einbruchs von Flugreisen in diesem Segment 25 Prozent weniger Umsatz erwirtschafteten.
Die Umsatzeinbußen der Reisebüros wirkten sich auf deren wirtschaftliche Ergebnisse aus, da die Vergütung per Provision erfolge, die sich prozentual nach der Umsatzhöhe bemisst. Reisebüros müssten ihr Geschäft noch stärker am Kunden ausrichten, beispielsweise mit entsprechenden Ladenöffnungszeiten, Hausbesuchen sowie der stärkeren Einbindung des Internets, empfahl Laepple. «Sonst haben sie noch weniger Geld in der Tasche, und das könnte natürlich auch Tausende von Arbeitsplätzen gefährden.»
Für die gerade begonnene Wintersaison 2009/10 sieht die Entwicklung dem DRV zufolge ähnlich aus wie im abgelaufenen Touristikjahr. Die Nachfrage ist bislang fast auf Vorjahresniveau, allerdings liegt der Umsatz infolge der anhaltenden Preissenkungen prozentual noch zweistellig im Minus. «Der Urlaub nimmt gerade auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten einen hohen Stellenwert bei den Deutschen ein», sagte Laepple. Der Verbraucher schaue aber stärker auf den Preis als bislang. Für das gesamte Touristikjahr 2009/2010 rechnet der Verband bei gleichbleibender Nachfrage zumindest mit einer Stabilisierung des Umsatzes. Wachstum sei aber noch nicht zu erwarten.
(Quellen: Laepple auf DRV-Jahrestagung in Port Ghalib)
ddp/wle/mbr
Suchen
Newsletter / RSS
Der eTurboNews.de Newsletter versorgt Sie Dienstags und Donnerstags mit den aktuellen Nachrichten aus der Redaktion.

Kommentare
Kommentar hinzufügen