Tourismusbranche verzeichnet weniger Übernachtungen
Auch die Tourismusbranche in Deutschland ist von der Wirtschaftskrise betroffen. Von Januar bis August wurden 253,2 Millionen Übernachtungen gebucht, das waren 0,4 Prozent oder 1,3 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der Deutsche Tourismusverband am Donnerstag mit. Dies sei «mit Blick auf die derzeitige Krise im Vergleich zu anderen Branchen gering», sagte Verbandspräsident Reinhard Meyer auf dem Deutschen Tourismustag, zu dem sich knapp 400 Branchenspezialisten erstmals in Dresden trafen.
Vor allem der Geschäftsreisen- und Tagungsmarkt habe mit Einbußen zu kämpfen. Zudem habe es 4,7 Prozent weniger Übernachtungen durch ausländische Gäste gegeben. Dies sei zum Teil durch viele Privatreisen deutscher Gäste aufgefangen worden. «Besonders beliebt waren in diesem Sommer Wander- und Fahrradtouren, aber auch die Küsten von Nord- und Ostsee», sagte Meyer.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Ernst Burgbacher (FDP), erwartet eine Belebung des Tourismusgeschäfts durch den im Koalitionsvertrag festgelegten ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für Beherbergungsleistungen ab Januar 2010. Dies gelte bereits in 22 von 27 EU-Mitgliedsstaaten.
Auch Sachsens Branche verbuchte in den ersten acht Monaten des Jahres bei den Übernachtungen ein Minus von 0,7 Prozent. Nach Angaben des Landestourismusverbands bedeuteten die 3,8 Millionen Gäste und 10,3 Millionen Übernachtungen im Bundes-Ranking weiterhin Platz neun. Ein Plus verbuchten die Landeshauptstadt Dresden mit 2,07 Millionen Übernachtungen (+0,5 Prozent), die Oberlausitz (+5,2 Prozent), das Vogtland (+1,0 Prozent) und das Erzgebirge (+0,9 Prozent). Minuswerte gab es dagegen im Burgen- und Heideland (-7,6 Prozent), in Chemnitz (-3,6 Prozent), Leipzig (-2,8 Prozent), im Elbland (-2,2 Prozent) und der Sächsischen Schweiz (-0,6 Prozent).
ddp/bih/mwa
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